Mittwoch, 17. Juni 2020

Bescheidenheit

Schreib ich Gedichte?
Ja schon - aber gut ist nur eins.

Auf die Frage: Schreibst du Gedichte?
Sag ich am besten:
Ja, aber lies lieber keins.

Dienstag, 9. Juni 2020

Bastis Albtraum

Wanderwege wuchern vage
aus der Landschaft matsch'gem Moor -
Tückisch oft, bisweilen wage
ich mich nur behutsam vor.

Pardauz, da liegt 'ne graue Leiche
mitten auf dem Bohlenweg.
(Ich frag mich ja: ist das die gleiche
wie gestern unter'm Brückensteg?)

Gar oft sind Leichen sehr beständig 
und tauchen immer wieder auf.
führ'n so zu manch erst munt'rer Reise
schlußendlich düsterem Verlauf ...



Mittwoch, 22. April 2020

Maulkorb

Im einstmals freien Bayern
wird der Maulkorb jetzt zur Pflicht.
Die Freiheit ist verschwunden,
den Bürger stört das nicht.

Laut verlangt er noch mehr Schutz:
Vor Nachbar, Freund und Feind.
Dabei killt das Virus weniger
als die Angst die in uns keimt.

Die Schwestern fliehn das Pflegeheim,
die Alten dürsten leise - 
ach schau, noch mehr Corona-Tote!
Unbeachtet stirbt die Meise.

Wollt ihr den totalen Wahnsinn?
Papa, was ist ein Kuß?
So mag ich nicht mehr weiterleben,
Ich tu's nur, weil ich muß.




Donnerstag, 16. April 2020

Corona


Schopenhauer sagt, der Mensch kann tun was er will,
Nur wollen, sagt er, darf er halt nicht sehr viel.
In der ZIB2 sagt unser Kanzler leise: Leider!
Deutschlands Mutti webt den Experten bunte Kleider.

Näh mir den Mund zu, in kalter Folternacht,
Schieß mir das Hirn raus, gegen der Gedanken Macht.
Wer jetzt allein ist, der wird es ewig bleiben,
Doch wenn er mag, darf er ein Brieflein schreiben.

Ein Brieflein, das der Scherge liest,
Und jeden einsperrt, der zweimal niest.
Das Schwert des Damokles gibt's als Download jetzt,
Und bist du nicht willig, dann wirst du gehetzt.

Vom Nachbarn belauert, vom Staat kontrolliert,
Wohl dem, den's jetzt noch immer nicht friert.
Do not go gently into this awful fright,
Get up, Grandma, Grandpa, get up and fight!



Freitag, 22. November 2019

Agathe, du ...


Im kühlen Nordseesande
           stecktest Agathe, du, von früh bis spät,
und frorst erbärmlich.

Festgetreten hab ich ihn noch,
           den Sand. Um dich zu schützen. Deine Tränen
rührten mich nicht.

Wegezoll forderte gnadenlos ich
           von dir, die du die gewundenen Wanderwege
nicht mehr betreten konntest.

Des Abends, wenn der Sonn am Horizont versank,
           schlug ich die Wangen dir blutig
bis der Saft sich ins Schilfgras ergoß.

Einsamen Schrittes durchmesse ich
den menschenleeren Strand jetzt.
Das Loch in dem du stecktest
ist lange schon verwaist.

Spätabends heb den Blick ich
zum nachtblauen Himmel empor;
ein leuchtender Stern, bist 
Agathe,du,geworden ...





Freitag, 1. März 2019

I as in Inside me

Yesterday, inside me something died ...
Maybe that's a good thing?
Maybe t'was a part of me I don't need anymore
Which I kept adhering to for some stupid reason
Such as pride, fear, or plain habit?

But still, whenever something precious dies,
And all parts of mine are - to me - precious,
There must be time for grief
There must be time for sadness
One must make allowances ...

There will be a time when - oh when ...
The pain will have lessened and
I can collect myself and 
plant new, happy seeds onto
the perturbed, turmoiled soil.




Samstag, 16. Februar 2019

H as in How can you expect ...

How can you expect me
to love you
When he who went with the angels
isn’t cold in his grave yet,
still visits at night
and haunts my every day?


How can you expect me
to love you
When you can’t even love yourself
and spend altogether too much time
manipulating me
into needing you?
Which I don’t.


How can you expect me
to love you
When you don’t realise how much I hurt inside
but only aim to hurt me more
so you can enjoy my
squirming at your feet?
Begging for your mercy
which you then magnanimously grant?