Freitag, 22. November 2019

Agathe, du ...


Im kühlen Nordseesande
           stecktest Agathe, du, von früh bis spät,
und frorst erbärmlich.

Festgetreten hab ich ihn noch,
           den Sand. Um dich zu schützen. Deine Tränen
rührten mich nicht.

Wegezoll forderte gnadenlos ich
           von dir, die du die gewundenen Wanderwege
nicht mehr betreten konntest.

Des Abends, wenn der Sonn am Horizont versank,
           schlug ich die Wangen dir blutig
bis der Saft sich ins Schilfgras ergoß.

Einsamen Schrittes durchmesse ich
den menschenleeren Strand jetzt.
Das Loch in dem du stecktest
ist lange schon verwaist.

Spätabends heb den Blick ich
zum nachtblauen Himmel empor;
ein leuchtender Stern, bist 
Agathe,du,geworden ...





Freitag, 1. März 2019

I as in Inside me

Yesterday, inside me something died ...
Maybe that's a good thing?
Maybe t'was a part of me I don't need anymore
Which I kept adhering to for some stupid reason
Such as pride, fear, or plain habit?

But still, whenever something precious dies,
And all parts of mine are - to me - precious,
There must be time for grief
There must be time for sadness
One must make allowances ...

There will be a time when - oh when ...
The pain will have lessened and
I can collect myself and 
plant new, happy seeds onto
the perturbed, turmoiled soil.




Samstag, 16. Februar 2019

H as in How can you expect ...

How can you expect me
to love you
When he who went with the angels
isn’t cold in his grave yet,
still visits at night
and haunts my every day?


How can you expect me
to love you
When you can’t even love yourself
and spend altogether too much time
manipulating me
into needing you?
Which I don’t.


How can you expect me
to love you
When you don’t realise how much I hurt inside
but only aim to hurt me more
so you can enjoy my
squirming at your feet?
Begging for your mercy
which you then magnanimously grant?



Mittwoch, 25. April 2018

H wie Haste dir so gedacht

Aus meiner Küche klingt hohles
Ameisenlachen weil's ihnen wohl ist
da wo der Honig steht
und stets ein Frühlingslüftchen weht.

Im Herbst erst hatt' ich wohlgemut
den Weps, weil er gern stechen tut
verbannt aus meinem Wohnbereich
und offensichtlich sann er gleich
auf Rache, denn seine Gesinnung ist nieder
und sandte mir diese fleißigen Krieger.





Freitag, 13. April 2018

G wie Gemeinheiten - oder Kunigunde und Nikolaus

Der Niklas ist ein eitler Tropf,
wehe's geht nicht nach seinem Kopf!
Wagt eine Frau, ihn zu verschmähen,
sollt' besser sie in Deckung gehen.

Heißer Schmerz spritzt aus der Wunde,
die sie ihm schlug zu jener Stunde;
eifrig lenkt sein Sinn' und Trachten
er darauf, zurückzuschlachten.
Reuen sollt' es Kunigunden,
daß sie gewagt, ihn zu verwunden!

Leis' hiebt er hier und stichelt dort, 
feilt mit Bedacht an jedem Wort.
Er steigt auf Berge, durchwandert Täler
auf steter Suche nach jedem Fehler
den sie gemacht vor'm Abendrot
und schmiert ihn ihr auf's Butterbrot.
Ergötzt sich froh an ihrem Zucken,
wagt sie darob es, aufzumucken.

Ach, unser Niklas, er war und ist -
und bleibt ein begnadeter Sadist!


Sonntag, 24. Dezember 2017

F wie fuck x-mas

Gestern Abend hab ich mir die schmale Mondsichel angesehen, dachte ok, das ist jetzt nicht Minimundus sondern Miniluna ... und hab folgendes kleines Gedicht geschrieben:

Mini-Luna klein und schmal
blickt traurig über's finst're Tal
wo all die dummen Menschenkinder,
manche brav, andere Sünder,
so recht nach Herzen sich vergnügen,
einander in die Fresse lügen.

Oh frohe, stille Weihnachszeit,
geh rasch vorbei, mach mir die Freud!



Samstag, 25. Februar 2017

E wie Erinnerung an Eva

Wie eingeklemmt sitzt sie da,
wartet bis jemand sie herausschneidet
aus ihrem Panzer, dem allzufesten,
den sie selbst um sich errichtet hat.

Walle walle Gürtelschnalle
Tanz den Hexentanz
Schling den Teufelskranz!

Wie war das denn damals, mit Michael,
angestarrt hast ihn wie einen Engel,
immer ein Lächeln für ihn gehabt,
bis er sich umdreht und deine Hasenzähne nachmacht.

Walle walle Gürtelschnalle
Tanz den Hexentanz
Schling den Teufelskranz!

Später dann, immer die Flasche dabeigehabt
damit erst garkein Durst aufkommt.
Lustig samma Puntigama sollst di schama!
Ab in den Keller, wo du heute noch sitzt.

Walle walle Gürtelschnalle
Tanz den Hexentanz
Schling den Teufelskranz!

Dem Papa, den du streicheln wolltest
waren deine Finger zu feucht: 'Na geh,
trockenes Handi-Eia bitte, sonst schleich di.
Nur wennst ein Otto bist hab I di gern!'

Walle walle Gürtelschnalle
Tanz den Hexentanz
Schling den Teufelskranz!

Jahrelang hast getobt und geweint da unten
in deinem Verlies, in das ich dich gesperrt hab.
Weil ich mich so geschämt hab für dich
und lieber sein wollt wie die andern.

Walle walle Gürtelschnalle
Tanz den Hexentanz
Schling den Teufelskranz!

Geh kumm, schau, nimm meine Hand!
Laß uns ab jetzt gemeinsam gehen!
Zeig mir die Welt wie du sie siehst,
denn nur so ist sie wahr, und wir unschlagbar!

Walle walle Teufelskralle
Tanz den Hexentanz
Wind den Hochzeitskranz!